Innovationen und Reproduktionen in Kulturen und Gesellschaften (IRICS) Wien, 9. bis 11. Dezember 2005

 
<< Interkulturelle und soziolingustische Aspekte der Subsprachen | Cross-Cultural and Socio-Linguistic Aspects of Sub Languages

Deutscher wissenschaftlicher Text und seine russische Übersetzung aus interkultureller Sicht

Olga N. Kostrowa (Samara, Russland)

 

ABSTRACT:

Die Übersetzung wird vom Standpunkt der Polysystemtheorie aus als kultureller Prozess verstanden, wobei ein Text von einem kulturellen System in ein anderes übergeführt wird. Heutzutage kehrt man von der Praxis ab, Übersetzungen einzig in Bezug auf den Originaltext zu betrachten; die Zielsprache muss auch berücksichtigt werden [vgl. Mueller-Vollmer 1998: 14]. Das ist wohl eine allgemeine Regel, die auch für Fachsprachen gilt. H.P. Kelz schreibt: "Es gibt kein Fachgebiet, das nicht... durch die Kulturspezifik mit geprägt ist" [Kelz 2002: 44]. Die Sprache der Wissenschaft bildet hier keine Ausnahme. Obwohl ihr wesentlicher Zug die Objektivität ist, steht sie jedoch, wie jede Subsprache einer Nationalsprache, unter dem Einfluss des ethnischen soziokulturellen Bewusstseins. Das kommt das ans Licht, wenn man einen wissenschaftlichen Originaltext mit seiner Übersetzung in eine andere Sprache vergleicht. Die Übersetzungsprobleme, die dabei entstehen, lassen sich in vielen Fällen aus interkultureller Sicht erklären. Der Vortrag beinhaltet einen interkulturellen Vergleich des Buches von R. Keller "Sprachwandel" und seiner von mir gemachten russischen Übersetzung. Als Übersetzerin versuche ich die Transformationen zu erklären, die mir als Adaption an eine andere Kultur unumgänglich erschienen. Zuerst aber möchte ich eine kurze Charakteristik der Besonderheiten des deutschen wissenschaftlichen Textes aus der Sicht der Russen geben, die mich veranlasst haben, das Buch zu übersetzen.

Das für die Übersetzung gewählte Buch sticht stark vom akademischen Stil ab. Im Prozess der Übersetzung musste ich immer wieder über den Wissenshorizont des Autors staunen, sowie über sein Können, ein einleuchtendes Beispiel anzuführen und die praktische Bedeutung einer abstrakten Theorie zu zeigen. Ich würde den Stil des Buches als wissenschaftlich und demokratisch zugleich bezeichnen. Dem russischen Leser fällt sofort auf, dass die Beschreibung einerseits sehr genau und an manchen Stellen zu sehr detailliert ist, andererseits aber sehr einfach und nicht nur einem Fachmann, sondern auch einem Laien zugänglich. Das ist keine Popularisierung des Fachwissens, sondern sein Gewinnen, das zusammen mit dem Leser geschieht. Die vergleichbaren russischen Bücher haben gewöhnlich im Titel das Wort занимательный, das heißt unterhaltsam [vgl. z.B. Девкин 1998].

Von der anderen Besonderheit seines Buches, die zwar Hand in Hand mit der ersten geht, schreibt der Autor in dem Vorwort: "Mein Ziel war und ist es, so zu schreiben, dass dem Text die Mühen der Forschung nicht mehr anzumerken sind" [Keller: 11]. Ich würde diese Besonderheit Leserfreundlichkeit nennen.

Eine wieder andere Besonderheit betrifft die Form der Selbstpräsentierung. Der Autor gebraucht ausschließlich das Pronomen ich, was aus der Sicht der russischen wissenschaftlichen Ethik unzulässlich ist. D ieser interkulturelle Unterschied im wissenschaftlichen Text geht m. E. im Wesentlichen auf die Unterschiede in der nationalen Denkart, der emotionalen Veranlagung und im ethnischen Bewusstsein zurück. So ist für russische Wissenschaftler ästhetische Denkart charakteristisch [vgl. Лабашук 2004]; das ist wohl eines der Gründe, warum sie zur Bezeichnung des Autors das Pronomen wir gebrauchen, indem sie nur sich selber meinen, was nach europäischen Standards unzulässig ist. In der russischen Tradition gehört das Pronomen wir, das der Autor statt ich gebraucht, wenn er auch nur sich selbst meint, zum wissenschaftlichen Stil. Die Analyse der Dissertationen der russischen Autoren hat ergeben, dass da kein einziges Mal das Pronomen ich zur Bezeichnung des Autors gebraucht war [ Болдырева, Кашкин 2002: 103]. Das kann man nur als Zeichen der Bescheidenheit des Autors auslegen. Stichproben aus den wissenschaftlichen Texten der russischen Autoren zeigen, dass sich in diesem Stil ein ganzes System entwickelt hat, das aus der Verwendung des Bescheidenheitspronomens wir resultiert. Dazu gehören: der Gebrauch des entsprechenden Possesivpronomens (unser); die Aufforderung mit Hilfe der ersten Person Plural, wobei das Personalpronomen wir im Russischen nicht notwendig ist (vgl.: Приведем примеры ); der Gebrauch von unbestimmt-persönlichen und unpersönlichen Sätzen, die beispielsweise Modalwörter можно / нельзя enthalten, was dem Autor ermöglicht, sich implizit der Meinung anderer anzuschließen; der Gebrauch der passiven und reflexiven Konstruktionen (vgl.: встречается ), die die Position des Autors "verschatten" [ Кострова 2005].

Das implizite Zurücktreten des Autors wird auch durch das kollektivistische Bewusstsein der Russen [vgl. Хроленко 2004] unterstützt. Dieses Bewusstsein führt die Wissenschaftler dazu, dass sie sich in der Regel in eine Schule eingliedern, während die deutschen Wissenschaftler, entsprechend dem individualistischen Bewusstsein, vor allem für eigene Konzeptionargumentieren. Die höhere emotionale Veranlagung der Russen führt zur Bewertungvon fremden Leistungen [vgl. Кострова 2005], während im rationalen Bewusstsein der Europäer das als eine Anbiedereiangesehen wird [vgl. Jahnel 2000: 57].

Das war der Hintergrund meiner Übersetzungstätigkeit. Ich wollte, um R. Keller zu paraphrasieren, dass die Mühen der Übersetzung nicht mehr anzumerken waren. Es musste entschieden werden, welche interkulturellen Unterschiede beibehalten wurden, damit das Buch sein "Gesicht" auch auf Russisch behielt, und was verändert werden musste, um das Buch auf die russische Leserschaft zu adaptieren. Ich habe mich folgenderweise entschieden: um den Autorenstil nicht zu verändern, habe ich das Pronomen ich als Mittel der Selbstpräsentierung beibehalten; wegen der Leserfreundlichkeit habe ich bestimmte Veränderungen vorgenommen, die ich im Weiteren beschreibe.

Das Problem der Leserfreundlichkeit des übersetzten Textes betrifft drei Aspekte. Zum einen sind das interkulturelle Transformationen, die durch manche in der aufnehmenden Kultur unbekannten Präzedenztexte und -situationen bedingt sind. Zum anderen sind es Unterschiede im Sprachgebrauch und in derTextsortengestaltung, die bei der Übersetzung berücksichtigt werden müssen, damit sich der Text in einer anderen Sprache mühelos lesen ließe. Zum dritten sind es Probleme der Transliteration der fremden Namen, die in einem neuen Leserkreis einerseits erkennbar sein sollen, andererseits aber zu Präzedenznamen für die weitere richtige Aufnahme werden sollen.

Zu den Präzedenztexten zähle ich Zitate, zu denen der Autor greift. In R. Kellers Buch gibt es - interkulturell gesehen - zweierlei solcher Zitate: in der deutschen und in anderen Sprachen. Zu den deutschsprachigen Zitaten, die in der russischen Kulturszene im Allgemeinen unbekannt sind, gehören originale Goethe-Texte, auf die sich R. Keller beruft [Keller: 18]. Der Kreis der Leute, für die diese Texte zugänglich sind, beschränkt sich in Russland nur auf die Germanisten, während R. Kellers Buch an ein breites Lesepublikum appelliert, das außer Germanisten Soziologen, Politologen, Ökonomen und Historiker umfasst. Deshalb fühlte ich mich berechtigt, die Goethe-Zitate gegen die Puschkin-Zitate zu wechseln, die im russischen Leserkreis allgemein verständlich sind. Das Puschkin Wörterbuch registriert, wie auch das Goethe Wörterbuch, viele Veränderungen in der Bedeutung der Wörter, die seit Puschkins Zeit passiert sind. Es war also bewusst so genannte "verdeckte Übersetzung", bei welcher der Übersetzer bemüht ist, "ein äquivalentes kulturelles Ereignis herzustellen, d.h....die Funktion, die das Original in seiner Diskurswelt hatte, im Übersetzungstext zu re-kreieren" [House: 106]. Soviel mir bekannt ist, hat der englische Übersetzer desselben Buches auf ähnliche Weise verfahren.

Ebenso habe ich Präzedenztexte aus deutschen Zeitungen der Nachkriegszeit gegen die entsprechenden Texte aus russischen Zeitungen derselben Zeitperiode ersetzt. Dieser kulturelle Filter war nötig, weil ich unterschiedliche Präsuppositionen der beiden Adressatengruppen (deutsche und russische Leser) berücksichtigen musste [vgl. House: 107]. R. Kellers Text habe ich als Anmerkung des Übersetzers angeführt. Parallel zu der Bedeutungsentwicklung von einigen deutschen Wörtern habe ich - im Rahmen der verdeckten Übersetzung - ähnliche Beispiele aus dem Russischen angeführt: U-Boot - подводная лодка, einen Film drehen- снимать фильм [Keller: 20; Келлер: 32]. So können sowohl russische Laien, als auch Germanisten von dem Lesen des Textes profitieren.

Die zweite Art der Präzedenztexte bilden fremdsprachige Zitate, die vorwiegend aus den Arbeiten von englischen Philosophen, Ökonomen und Politikern stammen. Sie sind oft, wenigstens zum Teil, in der Originalsprache angeführt. Ich habe sie doch laut einheimischen Kanons der Textsortengestaltung ins Russische übersetzt [vgl. Keller 5, 80 f., 139, 154 u.a.; Келлер 5, 109-110, 183 u.a.]. Als teilweise Zitate kommen bei R. Keller Bezeichnungen der sozial-ökonomischen Theorien vor, die Symbole entsprechender Präzedenztexte darstellen. Das sind z.B Invisible-hand-Erklärung und Rational-choice-Theorie [Keller: 164]. Da die englischen Komponenten dieser Bezeichnungen in der russischen Gesellschaft nicht geläufig sind und ihre Beibehaltung dem russischen Sprachbau zu sehr widersprechen würde, habe ich die Kanonübersetzung der Termini genommen: объяснение посредством невидимой руки и теория рационального выбора.

Präzedenzsituationen, die im russischen Bewusstsein fehlen, mussten kommentiert werden. So musste ich beispielsweise das Wort "Jogging" erklären [ Келлер: 29], denn diese Art der sportlichen Betätigung ist in Russland so gut wie unbekannt. Eine andere Präzedenzsituation, die mir in der russischen wissenschaftlichen Tradition nicht bekannt ist, betrifft Conjectural History, womit keine historische, sondern eine philosophische Untersuchung gemeint ist [Keller 59]. Ich musste das Phänomen auf Russisch als предположительная история bezeichnen [ Келлер: 83]. Als Kommentar kann hier der englische Originaltext gelten, den ich ausnahmsweise mit paralleler russischer Version beibehalten habe.

Terminologische Schwierigkeiten haben auch ihre kulturellen Hintergründe. Zum einen gebraucht der Autor solche Termini, die weder die deutschen noch die russischen Wörterbücher fixieren. So übernimmt er aus den Arbeiten des zeitgenössischen Biologen R. Dawkins den Terminus Mem [Keller: 198 f.], der eine Gedächtniseinheit bezeichnet. Es ist klar, dass er aufs Latein zurückgeht. Ich habe den Terminus als мема transliteriert und Mempool als мемофонд übersetzt [ Келлер: 258]. Weiter gebraucht R. Keller den Terminus Allele, mit dem er konkurrierende Formen zum Ausdruck eines Inhaltes bezeichnet [Keller: 199]. Ich habe den Terminus als аллеломорф übersetzt [ Келлер: 260], ausgehend davon, dass er die terminologische Reihe аллофон, алломорф fortsetzt.

Zum anderen entstehen terminologische Schwierigkeiten in den Fällen, wo es schon russische Varianten gibt, die aber als unzulänglich erscheinen. Das betrifft z.B. den Griceschen Ausdruck sprachliche Handlungsmaximen. Es gibt eine russische Übersetzung von namhaften Autorinnen, die diesen Ausdruck als максимы речевого общения übersetzen [ Арутюнова, Падучева: 26-27]. Mir schien es aber, dass das Wort максимы im russischen Sprachbewusstsein andere Assoziationen hat, deshalb habe ich den Ausdruck правила языковой деятельности gebraucht.

Der Usus der Zielsprache musste auch in anderen Fällen berücksichtigt werden. Hierzu nur zwei Beispiele. Im Inhaltsverzeichnis heißt es bei R. Keller: "Natur versus Kunst - Gefühl versus Verstand". Die Ü bersetzung lautet: "Природа - антипод искусства, инстинкт - антипод разума". Das Wörtchen versus ist im russischen Kulturkreis nicht gebräuchlich, was die vorgenommene Transformation bedingte, wobei ich das Wort Gegensatz eingeführt habe. Das andere Beispiel stammt auch aus dem Inhalt, wo es einmal heißt: "Im Gefängnis der Dichotomien" und das andere Mal: "Argumente im Gefängnis". Im russischen Sprachbewusstsein ist das Wort тюрьма sowohl im ersten, als auch im zweiten Kontext undenkbar. Ich habe es im ersten Fall als " В плену противоположностей " (wörtlich: In der Gefangenschaft der Gegensätze) übersetzt und im zweiten Fall habe ich das Wort тупик (Sackgasse) gebraucht.

Textsortenbesonderheiten der wissenschaftlichen Subsprache würde ich zu der Ebene der Metasprache zählen. Hier fallen beim kontrastiven Vergleich zwei Momente ins Auge, die interkulturelle Besonderheiten der Textsortenstruktur illustrieren.

Erstens beinhalten sie verschiedene Möglichkeiten der Einführung des zitierten Intertextes, die sich von Sprache zu Sprache unterscheiden. Ein Beispiel solcher Unterschiede betrifft die Interpunktion und den Wortlaut. Im Deutschen wird oft der einleitende Text vom Intertext durch Gedankenstriche getrennt, wobei im Russischen an dieser Stelle öfters Kommas erscheinen. Vgl.: - in Fergusons Worten - [Keller: 59] und ..., говоря словами Фергюсона, ... [ Келлер: 83].

Zweitens betreffen die Unterschiede die verweisenden Bemerkungen des Autors. Im Deutschen scheinen sie auch freier zu sein. Im Russischen ist der rück- oder vorwärts verweisende Text stärker formalisiert. R. Keller schreibt z.B.: so sagte ich weiter oben [Keller: 122]. Ich habe die im Russischen geläufige Variante gegeben: как я отмечал выше [ Келлер: 162]. Unmöglich wäre die wörtliche Übersetzung von dem Satz: "Der Begriff des sozialen Erfolgs wird noch in einem späteren Kapitel wichtig werden" [Keller: 122]. Die russische Variante: "К понятию социального успеха мы еще вернемся в дальнейшей главе" [Келлер: 162].

Zum Schluss Einiges zur Transliteration der Namen. International ausgearbeitet sind Transliterationssysteme aus dem Russischen in die Europäischen Sprachen [vgl. Duden 1996: 86; Лингвистический энциклопедический словарь 1990: 519]. Was die entgegengesetzte Richtung angeht, so ist man nicht so einig. J. Catford unterscheidet Schritte, die richtige Transliteration beabsichtigen. Sie führen über phonologische Einheiten zu graphologischen Einheiten [ Катфорд 2004: 132]. Ich bin diesem Prinzip gefolgt, doch nicht immer, sondern bei neuen Namen, die noch keine transliterarischen Kanons haben, solchen wie Eyer, Stein. Diese Namen habe ich phonologisch geschrieben als Айер und Штайн. Bei den Namen, die aber schon in der russischen Tradition kanonisiert sind, habe ich nicht gegen die gewohnte Schreibweise rebelliert, vgl. Лейбниц, Витгенштейн.

Die angeführten Überlegungen bestätigen einerseits die These über den Vermittlungscharakter der Übersetzungstätigkeit, die es ermöglicht, einen wissenschaftlichen Text nicht nur in eine andere Sprache, sondern auch in eine andere kulturelle Situation zu transferieren, und somit seine Rezeption zu erleichtern. Andererseits aber kann der Vergleich der parallelen wissenschaftlichen Texte eine Systematisierung ihrer interkulturellen Besonderheiten ergeben, was für die Textsortentypologie besonders aktuell ist.


Bibliographie

Duden. Die deutsche Rechtschreibung der deutschen Sprache. 21., völlig neu bearb. Und erweit. Auflage / Hrsg. Von der Dudenredaktion. - Mannheim. Leipzig. Wien. Zürich: Dudenverl., 1996

House, Juliane. Möglichkeiten der Übersetzungskritik // Joanna Best, Sylvia Kalina (Hrsg.). Übersetzen und Dolmetschen. - Tübingen und Basel: A. Francke Verl. 2002, S. 101-109

Keller, Rudi. Sprachwandel: von der unsichtbaren Hand in der Sprache. 2., überarb. Und erweit. Auflage. - Tübingen und Basel: A. Francke Verl., 1994

Kelz, Heinrich P. Interkulturelle Kommunikation und translatorische Prozesse in der Wirtschaft // Joanna Best, Sylvia Kalina (Hrsg.). Cit.op., S. 44-50

Mueller-Vollmer, Kurt. Übersetzen - wohin? Zum Problem der Diskursformierung bei Frau von Stael und im amerikanischen Transzendentalismus // Übersetzung als kultureller Prozess: Rezeption, Projektion und Konstruktion des Fremden. - Berlin: E. Schmidt, 1998, S. 11-31.

Арутюнова, Н.Д., Падучева, Е.В. Истоки, проблемы и категории прагматики: вступ.ст. // Новое в зарубежной лингвистике: сб.ст. / Переводы. - М.: Прогресс, 1985. - Вып. 16: Лингвистическая прагматика. - С. 26-27.

Болдырева, А.А., Кашкин, В.Б. Особенности выражения авторского ‘я’ в научном дискурсе (на материале английских и русских письменных текстов) // Язык, коммуникация и социальная среда: Межвуз. сб. науч. тр. / Вып. 2. - Воронеж, 2002. - С. 99-108.

Девкин, В.Д. Занимательная лексикология. - М.: Гуманит. Изд. Центр ВЛАДОС, 1998.

Катфорд, Дж.К. Лингвистическая теория перевода: об одном аспекте прикладной лингвистики /Пер. с англ. В.Д. Мазо. - М.: УРСС, 2004.

Келлер, Р. Языковые изменения: o невидимой руке в языке / Пер. с нем. и вступ. ст. О.А. Костровой. - Самара: пед. ун-т, 1997.

Кострова, O.A. Дискурсивные табу в межкультурной научной коммуникации (в печати).

Лабашук, М. Модель коммуникации как семантизация культуры // Восток - Россия - Запад: проблемы межкультурной коммуникации: Междунар. сб. науч. тр. - Самара: изд-во Самарской гуманитарной академии, 2004. - С. 6-15.

Лингвистический энциклопедический словарь / Гл. ред. В.Н. Ярцева. - М.: Советская энциклопедия, 1990.

Хроленко, А. Т. Коллективистическая ментальность, государственная идеология и язык // А.Т. Хроленко, В.Д. Бондалетов. Теория языка: Учебное пособие. - М.: Флинта: Наука, 2004.- С. 319-330.


Innovations and Reproductions in Cultures and Societies
(IRICS) Vienna, 9 - 11 december 2005

H O M E
WEBDESIGN: Peter R. Horn 2005-10-21