Das Verbindende der Kulturen

SEKTION:

Sozialverträgliche Wissenschaftskulturen

Rainer Hohlfeld (Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften)
Kotextualisierte Wissenschaft als Bedingung der Sozialverträglichkeit

Wissenschaft gilt dann nach der orthodoxen Auffassung als 'objektiv' und 'wertfrei' , wenn sie kontextinveriante Ergebnisse hervorbringt. Dazu muß sie aber hochgradig dekontextualisiert werden, denn natürliche Phänomene sind singuläre Ereignisse, die immer in einen sozialen und situativen Kontext eingebettet sind. Wissenschaftliche Objekte sind nach dem Verfahren der Wissenschaft aber von ihren Kontexten befreit. Das Absehen von Kontexten ist gerade das Kennzeichen moderner Naturwissenschaft. Doch Risiken für Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit spielen sich in Interaktionen mit Umweltkontexten ab, für die Naturwissenschaft blind ist. Ihre Re-kontextualisierung ist deshalb eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Risikopolitik.

Mögliche Modelle für einen Rekontextualisierungsprozeß werden diskutiert.

DAS VERBINDENDE DER KULTUREN