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Das Verbindende der Kulturen

SEKTION:

Der Buchdruck und die Nationalsprachen

Leitung der Sektion/Anmeldung von Referaten bei:
Email: Regula Rohland de Langbehn (Buenos Aires)

ABSTRACT: Der Buchdruck hat als Verarbeitung von fremdsprachigen Texten angefangen. Die frühen Bibeln, die griechischen und lateinischen Klassiker stehen am Anfang der Buchgeschichte. Das Drucken in der Muttersprache kam noch in der Zeit der Wiegendrucke hinzu, überwog aber erst Schritt für Schritt die Erzeugnisse in den alten Sprachen. Es hat sich auch in der Frühzeit der Druckgeschichte gelohnt, Bücher in modernen Fremdsprachen zu drucken, sei es, weil das durch die Drucksprache angesprochene Publikum im Verlegerland ausreichend zahlreich war, oder weil man mit Exporten in das Sprachgebiet der Drucksprache rechnen konnte.

Während das Drucken gelehrter Ausgaben von klassischen Texten noch heute in den westlichen Staaten eine eigne Branche der Verlegertätigkeit ist, ist die gesamte Geschichte des Druckens in modernen Fremdsprachen durchzogen mit zusätzlichen Problemen, die weitgehend politischer Natur sind. Z. B. entstand während des Nationalsozialismus eine wichtige Exilliteratur, die im fremdsprachigen Ausland gedruckt wurde. Jedoch gibt es auch andere Auswandererschübe in deren Interesse in fremden Ländern Bücher hergestellt wurden. Andererseits darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass in der Regel die ausländischen Themen zunächst in die Literatur des Sprachgebiets einfließt, in das sie gehören - so wurde ein großer Teil der auslandsdeutschen Literatur im deutschen Sprachgebiet gedruckt, und nicht im anderssprachigen Zielland.

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